INTERNET ART FACADE ART CONCEPT
Haus der Kommunikation
current cycle: www.kunstfassade.de

Kosmische Fatamorgana

Linsen aus Gravitation
Als Gravitationslinse bezeichnet man ein masserreiches astronomisches Objekt wie etwa eine Galaxie oder eine Gruppe von Galaxien, das mit seiner Schwerkraft, Gravitation, das Licht dahinter liegender Objekte bündelt. Diese massiven Objekte beugen also das Licht, ähnlich wie eine Linse, daher wird dieses Objekt auch Gravitationslinse genannt. Da das Licht auf so auf mehren Wegen um z.B. eine Vordergrundgalaxie herumgebogen wird, sehen wir entsprechend viele Abbilder desselben Objektes.
1979 entdeckte eine Gruppe amerikanischer und britischer Astronomen das erste Gravitationslinsenbild. Es handelte sich um zwei nahe beieinanderstehende Bilder eines Quasars. Es folgten weitere Entdeckungen, darunter das Vierfachbild eines Quasars (sog. Kleeblatt) und Einstein-Ringe. Insbesondere kann auch das Gravitationsfeld eines gesamten Galaxienhaufens als Gravitationslinse wirken und bogenförmig verzerrte Bilder weit entfernter Galaxien erzeugen.
Darüber hinaus verstärkt der Gravitationslinseneffekt die Intensität eines der erzeugten Bilder. Das Objekt besitzt dann eine größere scheinbare Helligkeit als es ohne Gravitationslinseneffekt der Fall wäre. (Mikrogravitationslinseneffekt)
In dem speziellen Fall, in dem entferntes Objekt und wirkende Masse auf einer Sichtlinie mit der Erde liegen, wird das hintere Objekt ringförmig abgebildet. Man nennt dieses Phänomen Einstein-Ring.

Der Lynx Arc - ein kosmischer Brutkasten
Lyns Arc/ Hubble Space TeleskopDiese Aufnahme des "Luchsbogen" Galaxienhaufens zeigt die Doppelung des roten Lynx Bogens (rechts von der Mitte). Der Bogen stammt von einer 12 Milliarden Lichtjahre entfernten Sternentstehungsregion. Es ist die größte, heißeste und hellste Geburtsregion für Sterne, die jemals entdeckt wurde. Der Super-Sternenhaufen enthält rund eine Million blauweiße Sonnen, die mit bis zu 120.000 Grad Celsius dreimal so heiß sind wie vergleichbare Sterne in der Milchstraße.

CLASS B1359+154, 10-stuendige Radioaufnahme bei 1.7 GHZ/ VLBA - Image couurtesy of NRAO/AUI and Rusin et al., ESA, STSclDiese Bild ist die erste Aufnahme einer Gravitationslinse im Bogensekundenbereich, wo ein dahinter liegendes Objekt mehr als 4 mal vervielfacht wird. Das Objekt wurde in der dritten Phase des Cosmic Lens All-Sky Survey (CLASS) entdeckt.


Einsteinring  J1131-1231(3,6 m Teleskop La Silla, ESO)Wenn ein Quasar und eine Gravitationslinse genau in einer Linie liegen relativ zur Erde liegen, verwischen die Mehrfachbilder zu einem Ring, dem sogenannten "Einstein-Ring". Der abgebildetet Quasar befindet sich ungefähr in einer Entfernung von 6,3 Milliarden Lichtjahren. Die Linse befindet sich ungefähr auf halber Distanz bei 3,5 Milliarden Lichtjahre. Trotz der immensen Entfernungen ist diese Struktur die nächste ihrer Art. Es ist kein nähergelegener Quasar bekannt, der durch eine Gravitationslinse beobachtet werden kann. Dieser Gravitationseffekt wurde von Albert Einstein 1936 als Konsequenz seiner Allgemeinen RelativitŁtstheorie vorausgesagt.

Mehr zu Gravitationslinsen:
eine kosmische Fatamorgana

Mehr zu Lynx Arc:
REKORDFUND: Im Sternen-Kreißsaal glühen Millionen Sonnen
Hubble Space Telescope Site

Mehr zu Einsteinringen:
Blick durch den Einsteinring
Discovery Of Quadruply Lensed Quasar With Einstein Ring
Discovery of quasar with Einstein ring